Quelle: welt.de (04.02.2022)

Plus 8,5 Prozent – Kfz-Versicherungen werden deutlich teurer

Die Preise für Kfz-Versicherungen steigen deutlich. Vor allem Teilkasko-Prämien werden durch zunehmende Unwetterschäden in die Höhe getrieben. Umso mehr lohnt der genaue Blick bei der Tarifwahl.

Erstmals seit Herbst 2020 liegen die durchschnittlichen Preise für Kfz-Versicherungen wieder über dem Vorjahresniveau. Als Treiber zeigen sich vor allem die Teilkasko-Tarife: Sie sind aktuell 8,5 Prozent teurer als vor zwölf Monaten. Das ergibt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox, die WELT AM SONNTAG exklusiv vorliegt. Gleichzeitig sind die Preisunterschiede immens: Zwischen günstigen und durchschnittlich teuren Tarifen liegen 26 Prozent.

Dass insbesondere die mittleren Teilkasko-Prämien zuletzt stark angezogen haben, hat seinen Grund: „2021 mussten die Versicherer in der Teilkasko besonders viele Unwetterschäden bezahlen. Das führte zu Preissteigerungen in dieser Sparte“, sagt Wolfgang Schütz, Chef der Versicherungssparte von Verivox. Noch hätten nicht alle Anbieter diese Mehrkosten eingepreist. „Darum könnte sich dieser Teuer-Trend in der Teilkasko in den kommenden Monaten fortsetzen“, fürchtet Schütz.

Zu Beginn des Preisumschwungs hatten günstige Preise in der Kfz-Haftpflicht und in der Vollkasko den Anstieg bei den Teilkasko-Tarifen noch kaschiert. Inzwischen tragen aber auch höhere Haftpflichtpreise zur Verteuerung auf dem Kfz-Versicherungsmarkt bei. Diese stiegen um 3,6 Prozent. Kostendämpfend wirken die weiterhin günstigen Prämien in der Vollkasko-Sparte. Hier zahlen Autofahrer im Mittel aktuell gut fünf Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Im Mix sämtlicher Versicherungsarten liegen die mittleren Preise seit dem Jahresende wieder über dem Vorjahresniveau, nachdem sie zuvor das gesamte Jahr über günstiger waren. Das lag auch an der Corona-Krise, in der die Menschen deutlich weniger Auto fuhren und es seltener zu Unfällen kam.